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Schmerz

Teil I- Der Arthroseschmerz

Sie leiden seit Wochen, eher Monaten, vielleicht sogar Jahren an Schmerzen in dem betroffenen Gelenk, wahrscheinlich mit meist etwas wechselnder Intensität. Die Arthrose also der Gelenkverschleiß ist gekennzeichnet durch einen langsamen Niedergang des Knorpelgewebes mit zunehmenden Veränderungen des umgebenden Knochengewebes. Da das Knorpelgewebe grundsätzlich frei von Schmerzrezeptoren ist, ist aber nicht der Knorpelschaden die Ursache für Ihren Schmerz, sondern vielmehr die entzündliche Reaktion der Gelenkschleimhaut und die Veränderungen am Knochen. Die Gekenkschleimhaut oder Innenwand der Gelenkhöhle ist vereinfacht gesagt durch die im Gelenk entstehenden Abriebprodukte mehr oder weniger gestresst und es entsteht eine Entzündung (nicht von Bakterien verursacht) die zu Schmerzen führt.

Je nachdem wie stark das Gelenk belastet wird kann diese Entzündung stärker oder schwächer ausgeprägt sein teils auch mit wechselndem Charakter. Diese Entzündung der Gelenkschleimhaut begründet auch den Einsatz und Erfolg der antiphlogistischen Medikation (entzündungshemmende Schmerzmittel) wie Ibuprofen, Diclofenac etc., welche einen wichtigen Baustein der konservativen Therapie der Arthrose darstellen.
Klassisch für die Hüftgelenksarthrose sind zu Beginn meist dumpfe Schmerzen und eher ein sogenannter morgendlicher Anlaufschmerz, bei dem Sie meist ein paar Schritte oder Minuten benötigen bis Sie sich etwas wohler fühlen und das Gelenk weniger schmerzt. Häufig kommt gerade in der Endphase auch ein teils heftiger, den Schlaf- raubender Nachtschmerz hinzu bei dem das Gelenk in Ruhe schmerzt.
Die knöchernen Veränderungen lassen sich hauptsächlich in 2 Gruppen unterscheiden. Zum einen kommt es im Zuge des zunehmenden Verschleißes zu knöchernen Anbauten am Gelenk, den sogenannten Osteophyten. Diese können bei bestimmten Bewegungen, meist am Ende des Bewegungsradius, letztlich zu mechanischen Einklemmungen oder einem Anstoßen von Knochen auf Knochen führen, weshalb einzelne Bewegungen einen spitzen, einschießenden Schmerz verursachen.
Zum anderen kommt es durch den zunehmenden Knorpelverlust zu Überlastungen des nun freiliegenden Knorpels und es bilden sich sogenannte Knochenödeme (Wassereinlagerungen im Knochen) welche vor allem unter Belastung aber auch in Ruhe für einen dumpfen, andauernden Schmerz im Hüftgelenk sorgen.
Meist liegt der Schmerz auch nicht nur im Hüftgelenk sondern er kann sich auf verschiedene Regionen verteilen und ausstrahlen. So sind meist die Leiste, der untere Rücken oder eine Schmerzausstrahlung in den Oberschenkel bis hin zum Kniegelenk möglich.
Während der Verwendung des PrehApp Programms wird es also auch zwangsläufig durch die Beanspruchung Ihres Gelenkes zu Schmerzen kommen. Deshalb werden immer wieder gezielte Übungen durchgeführt die den Schmerz reduzieren sollen. Dies können zum Beispiel Atemübungen sein. Hierbei wird Ihr Gehirn ‚ausgetrickst‘ und indem Sie sich auf die Atmung konzentrieren lässt sozusagen im Hintergrund der Schmerz im Gelenk nach. Sie können die Übungen die Ihnen am meisten helfen auch immer wieder bei starken Schmerzen außerhalb des Programms durchführen.

Teil II- Der Op Schmerz

Die unmittelbare postoperative Phase ist gekennzeichnet durch einen zunächst sehr starken und im Laufe der erste 2 bis 5 Tage abnehmendem Wundschmerz.
Häufig wird vergessen, dass es nicht nur im Bereich der Haut eine sichtbare Wunde und später Narbe gibt, sondern jede weitere Schicht des Körpers, Faszien, Muskulatur, Sehnen, Gelenkkapsel uvm. sind von der Operation beeinträchtigt und es entwickelt sich auch in den tieferen Gewebeschichten zunächst eine Wundheilung und später Narbenbildung. Je nach verwendetem Zugang fällt diese Region größer oder kleiner aus es bleibt jedoch bis zum Hüftgelenk auch bei sehr schlanken Patienten mindestens eine Handteller bis Handflächen große Fläche an Wundfläche.
Durch die Operation werden nicht nur Entzündungsreaktionen ausgelöst sondern durch die Manipulation am Gewebe entsteht eine Schwellung und es bildet sich sowohl Wundsekret als auch Blutergüsse. Diese Schwellung trägt maßgeblich zur Schmerzsymptomatik bei. Die akute Schmerzphase nach der Operation wird zumeist nach 48-72h gelindert.
In den meisten Kliniken gibt es mittlerweile feste Schmerzbehandlungsschemata welche unmittelbar postoperativ eingesetzt werden und in der Regel mit den Schmerzabteilungen bzw. Narkoseabteilungen des Krankenhauses erarbeitet wurden, um zum einen eine gute Abdeckung mit Schmerzmedikamenten zu gewährleisten, aber auch um ggf. zusätzliche lokale Verfahren wie beispielsweise Einspritzungen von Betäubungsmitteln am Ende der Operation einzusetzen um die Gesamtmenge an Medikamenten (als Tablette oder Indfusionslösung) zu reduzieren.
Gleichzeitig werden Maßnahmen wie Eiskühlung und Lymphdrainage verwendet um zum einen den Schmerz aber auch die Schwellung am operierten Gebiet zu reduzieren.
Hier setzen auch gezielt die Übungen des PrehApp Programms an, welche Ihnen während des Krankenhausaufenthaltes zu Verfügung stehen. Mit Hilfe von entstammenden Übungen wird nicht nur die Schwellung reduziert sondern gleichzeitig eine Thromboseprophylaxe durchgeführt.

Teil III- Der postoperative Schmerz im Hüftgelenk

Nach dem allmählichen Rückgang des starken postoperativen (Wund-)Schmerzes verbleibt ein Schmerz im Hüftgelenk mit wechselndem Charakter und vielmals auch von Tag zu Tag unterschiedlicher Intensität. Dieser Schmerz hält in der Regel noch mehrere Tage bis Wochen an. In dieser Zeit durchläuft das gesamte Gewebe die postoperative Heilung und gleichzeitig klingen die Entzündungsprozesse allmählich ab.
Hierbei unterstützen Sie nicht nur die Physiotherapeuten und Rehamediziner sondern auch unser Programm. Sämtliche Übungen zielen darauf ab, Sie Stück für Stück zu Ihrem alltäglichen Leben zurück zu führen und dabei die Beweglichkeit, Kraft und Koordination zu stärken.