Gemeinsam mit der Deutschen Kniegesellschaft und medi GmbH & Co. KG wurde mit companion® patella eine evidenzbasierte, erstattungsfähige DiGA entwickelt. Sie schließt eine relevante Versorgungslücke bei vorderem Knieschmerz und hat bereits mehr als 50.000 Patientinnen und Patienten versorgt.
Projekt
companion® patella
Partner
Deutsche Kniegesellschaft & medi GmbH & Co. KG
Ausgangslage
Ca. 800.000 Betroffene pro Jahr in Deutschland
Ziel
Hochverfügbare, evidenzbasierte Bewegungstherapie
Ergebnis
Mehr als 50.000 Versorgte, Stand Mai 2026
Die Versorgungslücke bei vorderem Knieschmerz
Vorderer Knieschmerz, etwa bei patellofemoralen Schmerzsyndromen, Patellaspitzensyndrom oder nach einer Patella-Erstluxation, betrifft jährlich rund 800.000 Patientinnen und Patienten in Deutschland. Obwohl leitliniengerechte Bewegungstherapie als zentrale Behandlungsform gilt, ist ihre kontinuierliche Umsetzung in der Regelversorgung häufig eingeschränkt. Kapazitätsengpässe, regionale Unterschiede und fehlende Therapiekontinuität erschweren eine nachhaltige Versorgung.
„Die ursprüngliche Herausforderung bestand darin, Patient:innen über die reine Produktversorgung hinaus kontinuierlich zu begleiten. Insbesondere im Bereich Adhärenz, Wissenstransfer und Alltagsintegration fehlte ein digitaler Baustein, der Therapieerfolg nachhaltig unterstützen kann.“
Isabell Hailfinger, Head of Product Management Medical, medi GmbH & Co. KG
Zielsetzung und Zusammenarbeit
Das gemeinsame Ziel war ein hochverfügbares, evidenzbasiertes Therapieangebot, das Patientinnen und Patienten unabhängig von Ort und Versorgungsstruktur Bewegungstherapie und Edukation anbietet. Die Partner brachten dafür klar abgegrenzte Kompetenzen ein.
01
PrehApp GmbH
End-to-End-DiGA-Entwicklung, Produktmanagement, technische und regulatorische Umsetzung, Evidenzstrategie sowie Betrieb und Weiterentwicklung.
02
Deutsche Kniegesellschaft
Klinische Expertise, fachliche Begleitung sowie Unterstützung bei Evidenzdesign und therapeutischem Konzept.
03
medi GmbH & Co. KG
Exklusiver Vertrieb, Support, etablierte ärztliche Netzwerke sowie strukturierte Markteinführung und Skalierung.
Von der Therapieidee zur Evidenz
Konzept und klinische Endpunkte definieren
Patientenrelevante Endpunkte wie Schmerzreduktion und funktionelle Verbesserung wurden früh festgelegt.
Produkt und Evidenz gemeinsam entwickeln
Therapieinhalte, Nutzerführung, Trainingslogik und Datenerhebung wurden an den späteren Studienendpunkten ausgerichtet.
Regulatorik parallel integrieren
Anforderungen aus DiGAV, MDR, Datenschutz und Qualitätsmanagement flossen kontinuierlich in die Entwicklung ein.
Evidenz generieren
Die randomisiert kontrollierte Studie wurde nach Goldstandard durchgeführt und im Deutschen Register Klinischer Studien registriert.
Betrieb und Weiterentwicklung sichern
Support, Monitoring und kontinuierliche Optimierung gewährleisten einen langfristig stabilen und regelkonformen Betrieb.
Erfolgreiche Listung und Versorgung
companion® patella ist als DiGA erfolgreich gelistet und bundesweit erstattungsfähig. Die Evidenz wurde durch eine randomisiert kontrollierte Studie nachgewiesen; bis Mai 2026 wurden mehr als 50.000 Patientinnen und Patienten versorgt.
Gelistet
Erfolgreiche Aufnahme als digitale Gesundheitsanwendung
Bundesweit
Erstattungsfähige Versorgung unabhängig vom Wohnort
> 50.000
Versorgte Patientinnen und Patienten, Stand Mai 2026
RCT
Evidenznachweis durch eine randomisiert kontrollierte Studie
Strukturiert
Markteinführung über ein etabliertes Vertriebsmodell
Auswirkungen auf drei Ebenen
Versorgungsebene
Niedrigschwelliger und kontinuierlicher Zugang zu leitliniengerechter Therapie, unabhängig von regionalen Kapazitäten.
Ärztliche Ebene
Verordnungsfähige, evidenzbasierte digitale Therapie mit fachgesellschaftlicher Begleitung.
Systemische Ebene
Effizientere Ressourcennutzung durch die digitale Ergänzung bestehender Versorgungsstrukturen.
Übertragbarkeit und Erkenntnisse
Das Fallbeispiel zeigt, dass erfolgreiche DiGA-Entwicklung aus einem strukturierten Vorgehen entsteht, das medizinische Inhalte, Evidenz, Regulatorik und Betrieb systematisch zusammenführt. Klinische Endpunkte müssen die Produktentwicklung von Beginn an prägen; plattformbasierte Entwicklung reduziert Komplexität, und klare Rollen beschleunigen die Zusammenarbeit.
„PrehApp ist ein Partner, der fachliche Stärke, Pragmatismus und echte Lösungsorientierung ideal verbindet.“
Isabell Hailfinger, Head of Product Management Medical, medi GmbH & Co. KG
Quellen
- kvappradar, Datenbasis: Vertragsärztliche Abrechnungsdaten 2024
- Randomisiert kontrollierte Studie zu companion® patella, DRKS00027261